45 Jahre Hotel Bogota in Berlin-Charlottenburg

Eine Historie des Hauses um die Ecke des Kudamm

Anlässlich des 45 Jährigen Bestehens des Hotels Bogota hat der Hotel- und Gaststättenverband Berlin- Brandenburg das Hotel Bogota mit folgendem Artikel geehrt:

Das Hotel Bogota ist schon wegen seiner bewegten Vergangenheit ein interessantes Haus. Es könnte als Symbol für die Geschichte Berlins stehen. Das Haus wurde 1911 als Wohnhaus erbaut. Hier wohnte in den zwanziger Jahren beispielsweise der Unternehmer Skaller, der in seinen Räumlichkeiten rauschende Feste veranstaltete, auf denen auch der junge Benny Goodman auftrat.

In der vierten und fünften Etage hatte die berühmte deutsche Fotografin YVA – 1942 von den Nazis ermordet – Wohnung und Atelier. Zu ihr kam 1936 Helmut Newton als Lehrling, er bezeichnete diese zwei Jahre bei YVA später als die glücklichste Zeit seines Lebens. Fotos von YVA zieren heute noch die Wände der außergewöhnlichen Halle im vierten Stock, ihrem ehemaligen Atelier. Auf dem Dachgarten machte YVA die ersten Experimente mit der Farbfotografie.

Das Haus wurde 1942 von den Nationalsozialisten enteignet, dennoch blieb es, wenn auch eher auf schreckliche Weise, mit der Kultur verbunden, denn die Reichskulturkammer wurde bis zum Ende des Krieges in die Schlüterstraße 45 verlegt. Das Büro des damaligen Leiters Hinkel in der zweiten Etage dient heute als Aufenthaltsraum.

Nach dem Krieg stellten die Briten fest, dass in den Räumen der Reichskulturkammer noch sehr viele Personalakten erhalten geblieben waren. Daher führten sie im dritten Stockwerk die Entnazifizierung auf dem Kultursektor durch, u.a Gründgens, Furtwängler und Rühmann. Auch gründeten sich hier die Kammer der Kunstschaffenden, die die erste Kunstausstellung nach dem Krieg im Juli 1945hier im Haus organisierte, sowie der Kulturbund unter J.R. Becher.

Hotel Bogota – ein Haus mit Geschichte und dem nostalgischen Flair eines Großstadt-Hotels mit 220 Betten und 120 Zimmern.